Lerne mit dem Herzen zu denken!

Zwei kurze Leben im Widerstand
Eine szenische Lesung über Cato Bontjes van Beek und Sophie Scholl

Produktion: Theaterinitiative Bühnensturm
Mit Frauke Geyken und Johanna Kunze

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Was ist Widerstand und wann beginnt er? Ist Widerstand das Attentat auf den Diktator? Das Leben im Untergrund? Oder auch schon das Verteilen von Flugblättern? Die verbotene Hilfe für Unterdrückte? Vielleicht bereits das Mitwissen geheimer Pläne? Das Treffen mit anderen kritisch Denkenden? Wie kann man eigentlich „Widerstand“ definieren?

Stellen Sie sich eine Behörde in der Bundesrepublik Deutschland in den 50er Jahren vor: Eine Mutter kämpft um das Ansehen und den Ruf ihrer von den Nazis ermordeten Tochter, der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek. Jahrelang wird die Mutter hingehalten und muss beweisen, dass ihre Tochter eine eigenständig politisch denkende junge Frau war, die ihren Mut mit dem Leben bezahlte.

Zeitgleich „entdeckt“ und vereinnahmt Nachkriegs-Deutschland die Biografie von Sophie Scholl. Das junge Mädchen, das ebenfalls und fast zur selben Zeit wie Cato verurteilt wurde und für seine Überzeugungen starb, wird das junge Gesicht des deutschen Widerstands.

Sophie wird wortwörtlich auf einen Sockel gestellt: Heute steht ihre Büste in der Walhalla bei Regensburg, während Cato, die das gleiche tat, so gut wie vergessen ist. Doch wer waren die beiden wirklich?

Diese szenische Lesung stellt die Biografien der jungen Frauen, die im selben Alter waren und nur kurz nacheinander hingerichtet wurden, nebeneinander. Sie zeigt, wie Widerstand im Alltag Platz fand. Und sie beleuchtet, wie das junge Nachkriegsdeutschland nicht nach erlittenem Unrecht Recht sprach, sondern ideologisch zwischen „guten“ (Weiße Rose) und „fragwürdigen“, weil kommunistischen (Rote Kapelle) Widerstandsgruppen unterschied.

Unterstützt wurde dieses Projekt durch Team Kultur – Region Hannover,
den Landschaftsverband Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen sowie die Friedensarbeit und das Arbeitsfeld Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Lerne mit dem Herzen zu denken 3 (1280x848)Dr. Frauke Geyken, Autorin und promovierte Historikerin aus Göttingen. Ihr Buch „Wir standen nicht abseits. Die vergessenen Frauen des Widerstands“ (2014, C.H. Beck Verlag) bildet die literarische Grundlage der Lesung.
Studium der Geschichte, Skandinavistik, Anglistik in Göttingen und Lund (Schweden), längerer Forschungsaufenthalt in London. Mitglied der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Arbeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Göttingen, am Bergbau-museum Weltkulturerbe „Der Rammelsberg“ in Goslar, am Museum Hameln sowie bei Kooperationen mit dem Museumsverband für Niedersachsen und Bremen. Stipendiatin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, der Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung Würzburg sowie der Friedrich-von-Moltke-Stiftung Berlin.
Seit 2008 als historische Publizistin tätig. Buchveröffentlichungen u.a. „Gentlemen auf Reisen“ (Campus Verlag, Frankfurt/M.), „Freya von Moltke“ (C.H. Beck Verlag, München) sowie zahlreiche Aufsätze.
Frauke Geyken ist mit Lesungen aus und Vorträgen zu ihren Büchern in ganz Deutschland unterwegs.

Publikumsstimmen 
„… ausgesprochen abwechslungsreich und trotz des ernsten Themas nicht so triefend von Tränen, wie man es oft erlebt. Er (der Abend) war dem Schicksal der beiden mutigen Mädchen durchaus angemessen und hat, was mir besonders gefiel, deren beider ganz normales Leben gezeigt (rauchen, gerne feiern und trinken, einen Freund haben etc.). Sie waren eben keine nur mit Ehrfurcht zu betrachtenden Heilige sondern ganz normale junge Frauen, die sich aber durch ihre Menschlichkeit, ihren Mut und ihr Nachdenken über ihre Welt auszeichneten.“
(Sybille S., Hannover)

„Ein berührendes Stück, der Titel des Stückes ist treffend gewählt!
Ein toller Ansatz, die beiden kurzen Leben der Widerstandskämpferinnen Cato Bontjes van Beek und Sophie Scholl gegenüberzustellen!
Ein gelungener Wechsel aus gespielten Szenen, Lesung und eingespieltem original Tonbandmaterial!“
(Britta K. aus H.)

Bericht von der Homepage des Gymnasiums in Bremervörde: http://www.gymbrv.de/index.php/informationen/unterrichtsfaecher/geschichte/110-lerne-mit-dem-herzen-zu-denken

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