Frau Schoppe und Frau Schopenhauer

Das Leine(rt)-Quartett präsentiert: Schoppe-Schopenhauer-Plakat
Frau Schoppe und Frau Schopenhauer
von Kurt Schleucher 
Eine Lesung mit Musik und Gesang

Wer erteilt einem wohl am Besten Auskunft über das Frauenleben im Deutschland des 19. Jahrhunderts? Vielleicht „Frau Schoppe und Frau Schopenhauer“ – aber das klingt doch eher wie der Titel einer Posse, bespöttelt Johanna Schopenhauer das Treffen mit ihrer Schriftsteller-Kollegin Amalia Schoppe. Doch nicht nur die Namen klingen ähnlich, auch ihre Biografien scheinen „schwesterlich“: Zwei willensstarke Frauen des 19. Jahrhunderts, die ein für ihre Zeit ungewöhnlich modernes Leben führten; zwei Witwen, die Dank ihrer schriftstellerischen Begabung in der Lage waren, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und sich und die nicht immer wohlgeratenen Kinder durchzubringen; zwei „Salon–Löwinnen“, denen es gelang, faszinierende Persönlichkeiten ihrer Zeiten um sich zu scharen und mit ihnen zu philosophieren, zu debattieren und regen intellektuellen Austausch zu pflegen. Aber: Auf Erden trafen sich die beiden Frauen nie, obwohl sie sogar eine Zeit lang in derselben Stadt wohnten. Erst der Germanist und Historiker Kurt Schleucher (1914 – 2001) lässt die beiden in einem imaginären Dialog aufeinander treffen. Und im Spiel seiner Worte umkreisen beide Damen ihr Leben und Schreiben. Mal nostalgisch–sentimental, dann wieder offen-abgeklärt, aber immer mit einer gehörigen Portion Ironie ihrem nicht immer einfachen Schicksal gegenüber nehmen sie die Zuhörer mit auf eine Zeitreise in die Welt des Denkens und Fühlens des 19. Jahrhunderts, in dem Frauen zwar schreiben durften, aber immer herunterspielen mussten, dass sie das so gut konnten wie ihre männlichen Kollegen – oder vielleicht sogar besser…

Elfi Rüter-Leinert (Amalia Schoppe) und Johanna Kunze (Johanna Schopenhauer) geben den beiden Damen ihre Stimmen und lassen sie im Dialog lebendig werden.

Susanne Leinert–Heidt (Alt) und Johannes Heidt (Klavier) ergänzen, ja umspannen die szenische Lesung über das Frauenbild im 19. Jahrhundert stimmungsvoll mit Schumanns/ Chamissos Liederzyklus „Frauenliebe und –leben“.

Koordination:
Elfi Rüter-Leinert
0511 / 544 3355
elfi.leinert@freenet.de