„Im finstern Tal“ – Rückblicke auf eine Haft

Hörbare und sichtbare Erinnerungen an die NS-Verfolgung Hanns Liljes

Produktion: Theaterinitiative Bühnensturm
Mit Hanna Legatis und Martin-G. Kunze

Deutschland ist im Sommer 1944, nach dem missglückten Attentat auf Hitler, fest in der Hand der Nazidiktatur. Verhaftungen, scharfe Verhöre, Folter sind an der Tagesordnung. Verrat prägt das Verhältnis der Deutschen untereinander. Die Vernichtung von Juden, politischen Oppositionellen, Sinti und Roma, Homosexuellen und Behinderten hat ihren Höhepunkt nahezu erreicht. Zudem herrscht seit fünf Jahren Krieg.

Hanns Lilje ist 44 Jahre alt, als er von der Gestapo in Berlin verhaftet wird. Seine Frau und seine drei Kinder haben die umkämpfte Hauptstadt längst verlassen und bei Verwandten auf dem Land Unterschlupf gesucht.
Ein Widerstandskämpfer ist Hanns Lilje nicht. Die Gestapo hat ihn allerdings als Mitglied der Bekennenden Kirche, wegen seiner Reden und seiner internationalen Beziehungen im Visier. Neun Monate sitzt er in Gestapo-Gefängnissen – und nur weil die Alliierten Deutschland im Mai 1945 befreien, entgeht er der Hinrichtung.

In dieser Form berührt der „Bericht eines schlichten Christenmenschen“, wie Lilje sich in seinen Erinnerungen selbst beschreibt, „der, obwohl er nichts anderes als ein Prediger des Evangeliums war, in die Hände der Gestapo fiel und den Gott bewahrt hat, wie einst die Männer im feurigen Ofen“ auf besondere Weise. Mit ihren politischen und persönlichen Bezügen trägt die Lesung darüber hinaus zur aktuellen Erinnerungsarbeit bei.
Hanna Legatis – sie ist die älteste Enkelin Liljes – und Martin-G. Kunze haben aus Liljes Buch „Im finstern Tal“ eine Lesung, angereichert mit historischen und privaten Fotos, entwickelt.

Die beiden Künstler treten mit ihrer Präsentation in Erinnerungsstätten, Kulturzentren und in Schulen auf. Gefördert wird die Veranstaltung von der Hanns-Lilje-Stiftung in Hannover.